Bayern legt vor: .bayern TLD soll 2012 kommen

Nun ist es amtlich! Bayern wird das erste Bundesland mit einer eigenen Top Level Domain (Domain – Endung) sein. Die entsprechende Entscheidung hat letzte Woche das bayrische Staatskabinett entschieden. Unter der landesspezifischen  Endung können sich dann zum Beispiel regionale Unternehmen präsentieren.

Erst im Juni hatte die ICANN, die internationale Koordinierungsstelle für Domainnamen, bekannt gegeben, dass es die neuen TLDs ab 2012 geben soll. Jeder der 200.0000 $ übrig hat, kann sich seine eigene Endung beantragen. Dies möchte die bayrische Landesregierung gerne im nächsten Jahr tun.

Josef Pschierer, Finanzstaatssekretär (CSU) und IT-Beauftragter des Freistaats sagt hierzu: “Gerade im Tourismusbereich und für regional agierende Wirtschaftsunternehmen ist eine Internetadresse mit regionalem Bezug zu Bayern besonders interessant.”

Von der technischen Umsetzung möchte der Staat aber Abstand nehmen. Hierfür soll es ab dieser Woche eine Ausschreibung geben, in der ein privates Unternehmen gesucht wird, dass als Registrar für die Endung fungieren soll.

Neue TLDs: ICANN gibt grünes Licht

Bisher ist unsere Internetwelt sehr strukturiert und einheitlich. Neben den wenigen generische TLD wie zum Beispiel .info, .net, .org, etc. gibt es noch die länderspezifischen Endungen wie .de. Das soll sich nun ändern!

In Planung sind nun neue Endungen für Domains. Seit längerem diskutiert die internationale Internetbehörde ICANN über diese neuen TLDs. Wir haben auch schon darüber berichtet. So soll es jedem möglich sein, seine eigene TLD zu etablieren. Auf einer Konferenz in Singapur hat die ICANN nun die finale Entscheidung getroffen: Die neuen TLDs sollen kommen!

Wir können also bald mit neuen Endungen rechnen (z.B. .stadt oder .marke). Ganz so einfach ist es dann doch nicht, seine eigene TLD zu gründen. Als Anmeldegebühr erwartet die ICANN 200.000 US – Dollar und es wird vorausgesetzt, dass die technischen Fähigkeiten einer Registrierungsstelle vorhanden sind.

Sollten die finanziellen und technischen Anforderungen erfüllt sein, dann kann man sich zwischen dem 12. Januar und 12. April 2012 für eine neue TLD bewerben. Die ICANN prüft die Bewerbungen und gibt ab November 2012 dann Ihre Entscheidung bekannt. Die ersten Domains mit den neuen Endungen sollen dann ab 2013 online gehen.

Zudem wird es bei den neuen Endungen auch möglich sein internationale Zeichen zu verwenden. So sind auch chinesische oder russische Endungen möglich eine Endung wie z.B. .köln

Wir dürfen also gespannt sein und uns freuen, denn ab 2013 wird das Internet noch bunter und vielfältiger!

Neue SEX-TLD soll kommen: .xxx

Wir haben bereits öfter darüber berichtet, dass nun auch private Unternehmen zu einem Domainregistrar avancieren können, indem diese bei der ICANN Ihre eigene Domainendung beantragen und dann vermarkten können. Eine der ersten neuen Endungen wird wohl die SEX-TLD:  “.xxx”

Diese neue Endung soll die Nutzer pornografischer Inhalte im Netz schützen, verspricht das US – Unternehmen ICM Registry, welches von der ICANN bereits den Zuschlag für die neue Domainendung erhalten hat. Viele Anbieter solcher Inhalte im Netz fürchten jedoch eine strikte Filterung durch die neue TLD.

Diesen Monat gab die ICANN Ihre Entscheidung bekannt, dass die neue TLD kommen wird. Damit endet eine jahrelange interne Debatte in der ICANN. Denn auch dort war die neue Endung extrem umstritten. Die neue Endung wird also kommen, alte Porno-Websites z.B. mit den Endungen .de oder .com verschwinden dadurch aber nicht!

Ob die neue Endung aber ein Erfolg wird, bleibt abzuwarten.

Nur Pornoanbietern sollen die neuen Adressen mit .xxx-Endung zur Verfügung stehen. ICM Registry wirbt dafür, dass die Top Level Domain bei den Nutzern Vertrauen schaffen soll. Wer einmal negativ auffalle z.B. durch das verbreiten von schädlicher Software, Kinderpornos oder ähnlichen illegalen Angeboten, erhält keine Domain mehr.

“Erstmals gibt es einen klar definierten Adressraum für Erwachsenenunterhaltung, außerhalb der Reichweite von Minderjährigen und so weit wie möglich frei von Betrug oder schädlichen Viren”, sagte ICM Registry Firmenchef Stuart Lawley. Das Unternehmen hat nach Angaben vom 21.03.2011 mehr als 300.000 Reservierungen vorliegen. Ein Umsatz von bis zu 200 Millionen Dollar pro Jahr soll, laut dem Unternehmen, möglich sein.

Es gibt aber auch viel Kritik an der neuen TLD – und das nicht nur bei den Gegnern der Pornografie. Die Branche befürchtet unter anderem eine Zensur: : “Länder könnten alle Inhalte unter .xxx blockieren.”.  Saudi-Arabien hat auch bereits angekündigt dies zu tun und den Zugriff auf die Endung komplett zu verbieten.

Neue TLDs – Fluch oder Segen?

Wir hatten bereits über das Thema berichtet (http://www.webgo24.de/blog/2010/01/20/stadt-firma-oder-marke-neue-domainendungen-gefallig/) und nun scheinen die Planungen immer konkreter zu werden. Die Internetverwaltung ICANN plant für Domainendungen (sogenannte TLDs) ganze Wörter hinter dem Punkt zu erlauben. Somit wären Städte- oder Produktnamen wie zum Beispiel “schule.berlin” möglich.

Im Internet gibt es nun viele Stimmen zu diesem Thema. Einerseits eröffnen diese neuen TLDs viele neue Möglichkeiten. Gerade zu einer Zeit, wo die meisten sinnvollen Domainnamen der gängigsten Endungen bereits vergeben sind. Auf der anderen Seite, kann es das Internet auch komplizierter machen, was gerade Internet-Neulinge oder nicht so versierte Nutzer eher abschrecken könnte. Auch mit Blick auf die Onlinekriminalität sollte die Entwicklung genau beobachtet werden.

Geographische Domains wie .berlin scheinen sehr beliebt zu sein. Für den speziellen Fall .berlin gibt es bereits zwei Interessenten.

“Früher haben sich die Menschen im Internet vor allem über Auslandsthemen informiert, heute spielt sich vieles lokal ab”, sagt Johannes Lenz- Hawliczek von dotBerlin. Die Firma dotBerlin möchte sich die TLD .berlin sichern, um die Domains dann an Firmen, Behörden und Privatpersonen zu verkaufen. Die US-Firma Minds & Machines hat ebenfalls Interesse an der Endung bekundet.

Für Firmen scheint das Thema bisher noch nicht so interessant zu sein. So hat bisher nur Canon sein Interesse bekundet und möchte gerne seine eigene TLD haben. Canon glaubt, dass damit die Marke besser beim Kunden vermarktet werden kann.

Es kann allerdings nicht jeder, der möchte, seine eigene TLD beantragen. Privatpersonen haben auf jeden Fall das nachsehen. Bisher sind nur öffentliche Einrichtungen und Firmen zugelassen, die sich auf eine solche TLD bewerben können. Billig ist der Spaß ebenfalls nicht. Für die Bewerbungskosten, technische Umsetzung und weitere Kosten sollte man schon mit 500.000 Euro kalkulieren. Hinzu kommen laufende Kosten von mindestens 200.000 Euro pro Jahr.

Das Bewerbungsverfahren soll Ende 2010 gestartet werden. Wann die Endungen dann endgültig online gehen, ist aber noch nicht entschieden.

.stadt, .firma oder .marke – neue Domainendungen gefällig?

Derzeit gibt es die normalen Länderendungen und noch einige zusätzliche wie zum Beispiel .com, .net, .org, .info, .biz und so weiter. Dies könnten in den nächsten Jahren deutlich mehr Endungen werden, sodass man aus noch viel mehr Endungen wählen kann.

Voraussichtlich ab 2010 können etwa Unternehmen, Städte, Regionen, Bundesländer oder Organisationen neue geoTLDs beantragen: Endungen wie .stadt, .firma, .bundesland oder .marke sollen mehr Vielfalt ins Web bringen. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco erhofft sich durch die neuen Endungen zudem einen Wachstumsschub für die gesamte Branche.

Zuständig für die Vergabe von den sogenannten TLDs und somit auch von den neuen Endungen, ist die Internet-Behörde Incorporation for Assigned Names and Numbers – kurz ICANN. Firmen und Gemeinden können sich somit bei der ICANN um Ihre eigene TLD bewerben. Dies ist allerdings nicht gerade billig. Laut Bitkom werden bereits für die Bewerbung 120.000 Euro fällig. Für die Einrichtung und die Technik kann man so locker mit einer halben Million Euro Startkapital rechnen. Hinzu kommen laufende Kosten von bis zu 200.000 Euro im Jahr.

Privatbenutzer sind von der Vergabe eigener Endungen ausgeschlossen. Die Domain frank.schneider wird es somit nicht geben. Damit soll die langfristige wirtschaftliche Nutzung der Endungen gesichert werden.

Ein genaues Startdatum gibt es noch nicht. Es sollte aber nicht mehr lange dauern.